Quo Vadis Energiewirtschaft?

In Zusammenarbeit mit dem renommierten nürnberger Beratungshaus Roedl & Partner konnte der amv am 18.November einen Vortragsabend zum Thema Strom-Energiewirtschaft in den Räumlichkeiten der encad Ingenieurgestellschaft in Nürnberg organisieren.

Derzeit wird in der Öffentlichkeit eine große Debatte über die Energiepreise und eine zukunftsfähige, nachhaltige Energiepolitik geführt. Gleichzeitig wird auch die Novellierung des aktuellen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), welches die Rahmenbedingungen für Wettbewerb und zu gleich auch Versorgungssicherheit der deutschen Energiewirtschaft festlegt, zwischen Bundestag und Bundesrat verhandelt. Das Gesetz soll voraussichtlich ab dem 1. Januar 2005 in Kraft treten. Die Vortragsveranstaltung "Quo vadis Energiewirtschaft ?" griff dieses Thema auf.

Während die Strompreise bei Industriekunden ein wichtiger Standortfaktor sind, scheint insbesondere im Privatkundenmarkt der Wettbewerb noch nicht angekommen zu sein. Es scheint, dass die meisten Privatkunden sich nur sehr mäßig für die Möglichkeit des Anbieterwechsels interessieren.

Warum sind die Energiekosten seit der Liberalisierung trotzdem gestiegen? Diese Frage konnte klar beantwortet werden; die reinen Energiekosten sind seit 1999 sprunghaft gesunken und im weiteren auf annährend gleichem Niveau geblieben. Dieser Kostenvorteil für die Verbraucher wurde jedoch in den folgenden Jahren durch zusätzliche staatlich verordnete Abgaben wie beispielsweise der Zwangsvergütung der Einspeisung von Solarenergie oder dem Erneuerbare Energien Gesetz wieder kompensiert und bewegt sich damit zumindest für die Privatkunden wieder auf hohem Niveau. Hier ist von den Einsparungen, die die Liberalisierung mit sich bebracht hat nichts mehr vorhanden.

Gegriffen hat der freie Markt für Großenergieverbraucher. Hier hat sich ein sehr bewegter Markt etabliert, der den Energieverbrauchern viele Verhandlungsmöglichkeiten offen lässt. Energie - in diesem Fall Strom - ist je nach Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor; dessen sind sich auch Gemeinden und Städte bewusst, die durch Ihre Stadtwerke den Verhandlungsspielraum auch nutzen, um Investoren die gewünschten Voraussetzungen zu schaffen.

Im Anschluss an die Informationsveranstaltung blieb genügend Zeit, sich in kleiner Runde mit den Referenten über die angesprochenen Themen zu unterhalten.